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Auf gutem Boden

Hier lässt sich´s leben
Servus TV
47 Minuten
DT

Zwei Menschen aus zwei Ländern zeigen, wie man mit Überzeugung und Leidenschaft das Beste aus dem Boden herausholt:

BERGBRENNER MAX IRLINGER IM NATIONALPARK BERCHTESTGADEN (BAYERN)

Brennmeister Max Irlinger muss einen mehrstündigen Fußmarsch durchs Gebirge hinter sich bringen, um zu seinem Arbeitsplatz im Nationalpark Berchtesgaden zu gelangen. Im Sommer lebt er hier in einer kleinen Brennhütte am Funtensee und stellt Enzianschnaps für ein traditionsreiches bayerisches Unternehmen her. In dem uralten Holzhaus auf rund 1.600 Meter Seehöhe muss er dabei ohne Strom und Warmwasser auskommen. Kochen und heizen kann er ausschließlich mit Holz. Grundsätzlich ist der Enzian sehr streng geschützt. Die Brennmeisterei aus Bayern besitzt aber jahrhundertealte Rechte, die es ihr auch heute noch erlauben, den sogenannten pannonische Enzian nachhaltig zu ernten und zu verarbeiten. Alles beginnt mit dem Wurzelstechen. Auf den Bergwiesen rund um den Funtensee holt Max in mühevoller Arbeit säckeweise Enzianwurzeln aus dem Boden, wäscht und zerkleinert sie und setzt damit schließlich die Maische an. Drei Wochen später kann der eigentliche Brennvorgang beginnen. Keine technischen Hilfsmittel, keine Maschinen. Alles Handwerk in uralter Tradition. Bei seiner Arbeit am Berg ist Max komplett auf sich alleine gestellt. Seine Familie lässt er über die Sommermonate im Tal zurück. Nur hin und wieder, wenn sich die Großeltern um die beiden gemeinsamen Kinder kümmern, besucht ihn seine Frau Franziska in der Brennhütte, um in der ruhigen und idyllischen Bergwelt einen wohlverdienten Kurzurlaub zu verbringen.

MARGRIT DE COLLE AUF IHRER BLUMENFARM IN ERBERSDORF (STEIERMARK)

Rund tausend Meter tiefer, etwa 30 Kilometer östlich von Graz, holt auch Margrit De Colle das Beste aus der Erde heraus. Hier in Erbersdorf lebt und arbeitet Margrit auf ihrer Bio-Blumenfarm „Vom Hügel“, umgeben von sieben Hektar Land, auf denen nachhaltige Schnittblumen wachsen. Vor über 20 Jahren war sie Pionierin: Ihr Betrieb war die erste offiziell zertifizierte Bio-Blumenfarm Österreichs. Was damals als mutiges Experiment begann, ist heute weit mehr als nur Landwirtschaft, nämlich Raum für Begegnung, Wissen und Schönheit. Auf ihrem Hof verantwortet Margrit den gesamten Produktionsprozess selbst – vom Samenkorn bis zum fertigen Blumenstrauß. Verkauft wird direkt vor Ort und im eigenen Geschäft im Zentrum von Graz. Jahrelang musste Margrit auf ihrer Blumenfarm vieles alleine stemmen. Bis sich eines Tages auf dem Markt von Gleisdorf ihr Leben verändern sollte. Dort begegnete sie Walter, einem Bio-Gemüsebauern der ersten Stunde. Seinen eigenen Hof hat Walter inzwischen an die nächste Generation übergeben. Seine Begeisterung für Gemüse lebt er nun bei Margrit auf dem Hügel weiter aus. Neben Blumen und Gemüse teilen die beiden eine weitere Leidenschaft: die Rettung alter Möbel. Auf der Farm stapeln sich Fenster, Türen und Möbelstücke, die Margrit eigenhändig renoviert und verkauft. Die fertigen Stücke finden ihren Platz im Garten-Café – einem selbst entworfenen Glashaus aus Metall und Glas. In den vielen Jahren als Unternehmerin hat Margrit vor allem eines gelernt: Trotz Rückschlägen und Hindernissen – mit Mut, Beharrlichkeit und einer guten Portion Trotz geht es immer weiter.