Mit eigenen Händen
Servus TV
47 Minuten
DT
Zwei ganz unterschiedliche Lebensorte, deren Bewohner trotzdem viel gemeinsam haben: Die Dinge selbst in die Hand zu nehmen – und dabei ganz eigene Wege zu gehen.
FAMILIE RAINER-PRANTER AM BERGBAUERNHOF IN SILLIAN (OSTTIROL)
Im Osttiroler Pustertal, oberhalb von Sillian und nur wenige hundert Meter von der italienischen Grenze entfernt, bewirtschaftet die Familie Rainer-Pranter einen Bergbauernhof. Auf rund 1.400 Metern Seehöhe kümmern sich zwei Generationen gemeinsam um steile Wiesen und Weiden, Felder, einen eigenen Wald und eine Alm. Anton Rainer-Pranter ist in unmittelbarer Nähe aufgewachsen. Vor rund 25 Jahren kaufte er den damals völlig heruntergewirtschafteten Hernegger Hof. Das Bauernhaus war zu dieser Zeit nur mit dem Pferd erreichbar. Anton legte selbst die Straße an, die sich heute den Sillianberg hinauf schlängelt. Gemeinsam mit seiner Frau Monika machte er die steilen Flächen wieder nutzbar und erneuerte den Hof mit eigenen Händen – innen wie außen. Und als wäre das nicht schon genug gewesen, zogen sie hier auch sieben Kinder groß. Heute sind fünf der sieben Kinder ausgezogen. Einer, der geblieben ist, ist Sohn Silvio. Vor zwei Jahren hat er den Bergbauernhof von seinem Vater übernommen. Holz spielt am Hernegger Hof seit jeher eine zentrale Rolle. Altbauer Anton verdient sich mit seinen kunstvollen Holzarbeiten noch heute etwas dazu. Und auch Silvio nützt sein eigenes Sägewerk, um so viel wie möglich aus Holz zu fertigen – vom Dachstuhl bis zum Möbelstück. Hin und wieder kommen alle Familienmitglieder am Hernegger Hof zusammen. Entweder wenn Feste anstehen und die ganze Großfamilie ihr Faible für traditionelle Gewänder auslebt. Oder bei der Heuernte, wo die Söhne gemeinsam anpacken und das Gras über die eigene Seilbahn von der Alm hinunter zum Hof transportieren.
LANDWIRT UND HIRTE STEFAN MCALLISTER-KNÖPFER IN MAHRERSDORF (NÖ)
Auch 350 Kilometer weiter östlich hat sich ein junges Paar ihren Lebensort mit ihren eigenen Händen erschaffen. Genauer gesagt in der kleinen Gemeinde Mahrersdorf, im niederösterreichischen Alpenvorland, nur wenige Kilometer von Ternitz entfernt. Hier, mitten im Dorf, lebt Stefan McAllister mit Frau Barbara und Tochter Josephin in einem uralten Bauernhof. Die kleine Landwirtschaft führt das Paar im Nebenerwerb. Am Hof und auf den angrenzenden Weiden leben Hühner, Schafe, Ziegen und Pferde. Stefan ist Landwirt und Hirte aus Überzeugung. Gemeinsam mit seiner Mitarbeiterin Lena treibt er seine Herde mit alten Schaf- und Ziegenrassen von Weide zu Weide – so, wie es Menschen seit Jahrtausenden tun. Unterstützt wird er dabei von Hütehund Robin, Freund und Arbeitskollege zugleich. Um diese traditionelle und wichtige Form der Beweidung zu für die Nachwelt zu bewahren, hat Stefan gemeinsam mit Gleichgesinnten den Verein für die Erhaltung der Hirtenkultur gegründet. Aber Stefan lässt sich in keine Schublade stecken. Der vielseitige Freigeist ist beruflich noch in zahlreichen weiteren Feldern aktiv. So ist er nicht nur Landwirt und Hirte, sondern auch ausgebildeter Nationalpark-Ranger, Tischler, Tierpfleger, Suchhundeführer, Hundetrainer, Baumpfleger sowie Illustrator und Tätowierer. Den alten Bauernhof hat Stefan mit seiner Frau natürlich komplett selbst renoviert. Ein Kraftakt, der bis heute noch nicht ganz abgeschlossen ist.